Jack-of-All-Trades, Party of None – Staffel 1 angeschaut

Sanel

Der Supportmagier Orhun Dura wird von seinem Sandkastenfreund aus der Heldengruppe geschmissen, da er zwar ein „Allrounder“ sei, aber in keiner Klasse Meisterleistungen zeige. Darum steigt er fortan allein in Dungeons hinab, wobei ihn auf seiner Reise harte Kämpfe, tödliche Rivalen und unverhoffte Verbündete erwarten. Durch seinen einsamen Kampf will er die Erwartungen aller weit übertreffen.

Quelle: https://www.crunchyroll.com

Supporter wird Schwertkämpfer

Orhun Dura ist unser Hauptcharakter und hat es nicht wirklich leicht gehabt im Leben. Mit seinem Jugendfreund läuft es auch nicht gerade rosig, als dieser ihn aus der gemeinsamen Gilde wirft. Orhun selbst bleibt aber typisch als Hauptcharakter seltsamerweise immer recht ruhig. Unsere Reise beginnt damit, dass wir erleben, wie er sich nun als Soloabenteurer auf dem Weg macht und den lokalen Dungeon unsicher zu machen, um sein Können zu testen. Orhun selbst war in seiner alten Gruppe der Supporter und eher im Hintergrund. Jetzt will er aber im Alleingang als Schwertkämpfer sein Abenteurerleben bestreiten.

Gleich zu Beginn ist mir aufgefallen, dass dies sehr viele Ähnlichkeiten hat zu I Left my A-Rank Party to Help My Former Students Reach the Dungeon Depths!. Grundsätzlich nicht verkehrt, doch was die Erzählung angeht, gibt es hier oft ein paar nicht passende Elemente, die den Spaß doch ein wenig trüben. Orhun selbst ist kein dummerle wie in den meisten Animes, sondern sich vielen seiner Schwächen und Stärken bewusst. Er prahlt selbst nicht mit seinen Fähigkeiten, was mir persönlich gefällt.

Trotzdem entwickelt sich genau das in eine recht seltsame Richtung. Auch wenn er selbst nicht im Vordergrund sein will, ist er es immer irgendwie. Manchmal im Guten, aber auch manchmal eher unbeabsichtigt. Dies hilft ihm sogar, wenn es darum geht, seine neuen Kameraden und Begleiter kennenzulernen. Diese sind für mich auch wirklich gut gelungen, und der Humor passt auch recht gut und wirkt nicht zu übertrieben.

Was hier definitiv weiterhilft, ist die Tatsache, dass wir zwar nur in kleinen Häppchen, aber dafür konstant Neues über Orhun kennenlernen. Darunter auch seine recht schwierige Kindheit mit Verlusten als auch die Beziehungen zu einzelnen Charakteren seiner alten Kameraden. Ohne zu viel zu verraten, dies wird am Ende der Staffel ziemlich wichtig werden.

Jack-of-All-Trades, Party of None fängt wirklich gut und flott an, was ich persönlich sehr angenehm empfunden habe. Was mir aber den Spaß etwas genommen hat, war die etwas träge Mitte der ersten Staffel. Ohne es böse zu meinen, aber 2-3 Folgen hätte man in einer zusammenpacken können, um den Erzählfluss nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Passiert ist nicht viel und das, was wichtig war, kam halt irgendwie nebenbei. Die Hoffnung auf einen weiteren guten Kampf hat mich aber dann trotzdem bei der Stange gehalten.

Mein Fazit

Es ist schwierig und gut zugleich. Der Anime macht in meinen Augen vieles richtig, was Animationen, Erzählweise und auch Charaktere angeht. So richtig zu wissen, was der Anime sein möchte, weiß er aber nicht. Orhun ist eigentlich Enchanter. Will jetzt aber Schwertkämpfer werden. Er hat für viele Spezialisierungen Talent, aber schafft es selbst nie, höhere Kräfte und Techniken zu meistern. Was er dagegen kann, ist einfach kleine Techniken so weit verstärken, dass er fast unbesiegbar ist.

Durch den Anime hinweg wird er als Schwächling und talentlos bezeichnet, ist aber trotzdem der stärkste. Immer wenn die Situation außer Kontrolle gerät, schafft es Orhun einfach, eine Verzauberung aus dem Nichts herauszuholen und alles für sich zu gewinnen. Gefühlt gibt es nichts, was er nicht kann. Allgemein wird es am Ende recht seltsam, da viele Dinge aus seiner Vergangenheit auftauchen, die wieder alles komplett umwerfen. Sieht auf den ersten Blick alles recht zusammengewürfelt aus, was in der vielleicht kommenden zweiten Staffel dann wieder ins Lot gerückt werden muss.

Vom Trailer habe ich mir wirklich etwas mehr erhofft, aber enttäuscht wurde ich nicht. Die meiste Zeit wirst du gut unterhalten und wenn mal die Kämpfe kommen, bist du voll dabei. Humorvolle Auflockerungen und die oft in Anime vorkommenden langen Diskussionen gibt es hier zum Glück nicht. Kurz gesagt, der Anime ist absolut in Ordnung und es kann nicht schaden, ihn mal angeschaut zu haben, obwohl es vereinzelt doch mal paar Stellen gibt, die einem den Spaß verderben können.

Nerdjunk Wertung

Die Serie selbst macht Spaß und ist gut animiert und vor allem recht flott in der Erzählung. Die Kämpfe sind knackig und flott. Animationen sind absolut in Ordnung und auch die Charaktere sind sympathisch, ohne wirklich auf den Keks zu gehen. Extrem ausartende Geschichtsstränge kann aber nicht erwarten. Auch was der Anime sein soll, ist nicht so wirklich zu erkennen. Hatte trotzdem Spaß.

Quellenangaben:

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