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Kennst du das auch, dass du immer wieder und immer öfter dich auf ein Spiel freust und dann doch nach einer gewissen Zeit dieses zur Seite legst? Nicht weil es unbedingt schlecht ist, sondern weil du glaubst, dass es sich nicht lohnt weiterzumachen, da es deine Zeit nicht respektiert. So geht es mir inzwischen mit 90 % der Spiele, die heutzutage erscheinen. Was ich damit genau meine, werde ich dir in diesem Beitrag kurz erklären.
Fangen wir am besten einfach mit dem an, wie es früher war. Du hast dich damals einfach auf ein Spiel gefreut und hast die paar Informationen, die verfügbar waren, aus Magazinen und den Vorstellungen deiner Freunde erfahren. Sobald das Spiel verfügbar war, bist du hin und hast dir das Spiel geholt und hast es mit fast null Wissen gespielt. Das Spiel selbst funktionierte. Kein Day One Patch oder sonstiger Mist, sondern einfach einlegen und loslegen. Du hast dich mit dem Spiel beschäftigt und hast deine Zeit einfach genossen.
Heutzutage sieht das Ganze etwas anders aus. Wir bekommen Videos auf YouTube zu sehen. Gefühlt scharren sich die Content Creator wie Ratten um die nächste kommende Beute. Du erfährst alles vom Spiel, ohne es selbst zu besitzen, geschweige denn, dass es demnächst erscheint. Auch die neuen Nachrichten direkt von den Entwicklern werden nahezu vollkommen auseinandergenommen, sodass du eigentlich nur entscheiden musst, ob du es haben musst. Dabei ist mir z. B. etwas aufgefallen, was immer wieder in den vergangenen Jahren vorkommt und alle es für selbstverständlich halten.
- Spielzeit: Die Länge des Spiels wird als eine Art Qualitätssiegel genommen, ohne es wirklich zu hinterfragen. Alles, was nicht mindestens 30–60 hat, wird als schlecht oder minderwertig angesehen. Ausnahmen bestätigen hier die Regel, aber wer heutzutage sieht, dass ein Spiel nach 10–20 Stunden durch ist, entscheidet sich oft dagegen.
- Opern World mit vielen Missionen: Eine kleine Welt oder sogar ein kleines lineares Spiel wird als Unsinn und langweilig abgetan. Nur das Große und frei erkundbare ist das einzig Wahre.

Wie ich heute Spiele erlebe und wahrnehme
Wir lassen jetzt einmal das ganze technische Drumherum weg und beschränken uns wirklich auf das Spiel an sich. Vor allem hier natürlich die großen Serien, die für mich einfach zu viel an Charme und Potenzial verschwenden. Ausklammern möchte ich hier aber auch die eigenen Vorlieben bei den kommenden Beispielen.
Um euch das Ganze etwas verständlicher erklären zu können, gibt es hier zwei Dinge, denen ich meine Zeit nicht opfern möchte.
Beispiel 1: Ghost of Tsushima
Warum ich das Spiel genommen habe, ist recht einfach. Die Hauptgeschichte ist einfach super und schön in Szene gesetzt. Da gibt es nichts, und die meisten werden mir hier bestimmt zustimmen. Das Problem ist hier in meinen Augen die Art der künstlichen Verlängerung der Spielzeit. Sei es hier die Suche nach den Füchsen (49 Stück) oder alle Haikus finden und zusammendichten (16 Stück). Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man aus einem tollen Spiel eine reine To-do-Liste machen kann. Es ist zwar ganz nett, aber zu viel und streckt die Zeit des Spiels unnötig in die Länge.
Beispiel 2: Assassin’s Creed Reihe
Eines muss man der Reihe lassen. Sie bietet schöne Kulissen und optisch kann sie wirklich viel bieten. Wo ich ein großes Problem habe, ist die Art der Missionen. Bei Valhalla war das extrem in meinen Augen. Zwar hattest du hier eine Spielzeit von etwas über 120 Stunden oder mehr, wenn du alles machen wolltest. Doch was haben wir denn hier geboten bekommen? Du bist einen verdammten Marker nach dem anderen abgelaufen. Du bist auf die Aussichtspunkte hoch und hast nur Lager beliebiger Art geplündert und das Ganze immer und immer wieder zu wiederholen. Ohne Tiefgang oder etwas, was wichtig wäre.
Du spielst hier nicht, um etwas Spannendes zu erleben, sondern um eine Aufgabenliste abzuarbeiten.
Gefühlt ist jedes Spiel eine Art Service Game
Heutzutage wird einfach Geld gemacht, wo es nur geht. Ein Diablo 4 ist zwar ein gutes Spiel, geht mir aber langsam auf den Keks, da es Spielinhalte zwar erweitert, aber für diese immer und immer mehr Geld haben möchte. Mal davon abgesehen, dass du mit Geld dir auch einfach Erfolg kaufen kannst, statt zu erspielen. Season Pass nennt sich der Mist oder Erfolge, die du aktiv verfolgen musst, weil es zeitliche Events sind. Oder dein tägliches Einloggen, um ein paar sinnlose Aufgaben zu erledigen, um Gegenstand XYZ zu bekommen. Hier geht der Gedanke eines Spiels komplett an mir vorbei. Ich kann und werde meine Zeit nicht nach einem Spiel richten.
Habe hier öfter schon gehört, dass man sagt, dass dem Spiel eine Seele fehlt. Dem kann ich nur zustimmen. Du wirst zwar schön mit unzähligen Aufgaben zugemüllt oder dir wird versucht, etwas vorzuspielen, was nicht zutrifft. Wozu benötige ich denn bei Mario Kart World eine große Welt, wenn ich darin so gut wie nichts finde? Hier muss man nur ein paar Sterne etc. suchen. Das ist langweilig und nicht von Belangen für das Spielerlebnis.
Spiele wie Resident Evil, die kaum länger als 6 Stunden gehen, machen es komplett richtig. Selbst beim zweiten Mal durchspielen hast du hier immer noch Anreize, die Geschichte etwas anders zu erleben. Ebenso wie Claire Obscure, die mich durch die wirklich tollen Charaktere an der Stange gehalten hat. Eine Geschichte, die mich zum Weinen gebracht und die mich wirklich mehrmals überrascht hat. So etwas möchte ich erleben und nicht immer wieder das Gleiche tun, von dem ich zuvor ohnehin schon alles erzählt bekommen habe.
Spieler werden heutzutage auch einfach zu sehr an die Hand genommen. Alles muss man ihnen sagen, sonst verstehen sie es nicht. Damals haben wir uns durch die Final Fantasy Geschichte gelesen und haben jedem Dialog eine Gewichtung gegeben, weil es Informationen eventuell gibt, die uns sagen, wie es weitergeht.
Sagt mir ruhig in die Kommentare, was ihr davon haltet. Persönlich mag ich es lieber, ein Spiel zwischen 10 und 20 Stunden zu haben, das mich gut unterhält und ich wirklich Spaß habe, es zu erkunden. Der Weg der Entwickler heutzutage ist einfach nicht meins. Ich möchte einfach nicht unsinnig 40 Stunden in einem Spiel verbringen und eine herzlose Welt erkunden. Geschweige denn 1000 mal einen Punkt auf der Karte aufsuchen, um einen Gegenstand von A nach B zu bringen.
Quellenangaben:
- Titelbild aus der eigenen Sammlung selbst erstellt








Für mich hängt das mit dem „Zeit respektieren“ vom Typ des Spielers ab. In meiner Warframe Zeit (2014-2019) war ich definitiv ein riesiger Fan von Game as a Service. Aber das hatte auch mit der coolen Community zu tun, an die ich mich sehr gern zurück erinnere. Inzwischen mag inkrementelle Indie Spiele im Roguelite Bereich. Die dürfen mich ruhig für 100+ Stunden festhalten. Bei den Indie Titeln, die ich spiele gibt auch nur sehr selten diesen harten Update Zyklus. Die meisten werden vollständig ausgeliefert und DLC Preise sind meist niedrig.
Du hast noch gesagt, dass Spieler zu sehr an die Hand genommen werden. Das scheint etwas zu sein, was im Indie Bereich nicht so verbreitet ist. Monstertrain (1/2), God of Weapons oder Deep Rock Galactic Survivor machen genau das Gegenteil. Du wirst da reingeworfen, dir wird die grundsätzliche Mechanik erklärt und dann musst du zusehen, wie du klarkommst. Ich mag es, wenn ich Dinge ausprobieren muss oder Builds bis an die Belastungsgrenze treiben darf.
@nerdjunkblog@nerdjunk.de Ich kann Open World nur noch gut ab, wenn die Atmosphäre stimmt. Bei Stalker 2 finde ich passt sie ganz gut. Ja, die Welt ist ein bisschen leer und nicht an jeder Weggabelung steht ein Khajiit, welcher dir Waren aus Mondzucker andrehen will, aber das ganze Gebiet ist ja immer noch ’ne fucking Todeszone.
Künstliche Spielverlängerungen gehen mir auch auf den Geist. Meine Freundin und ich haben mal Wolcen: Lords of Mayhem gespielt und zum Schluss wurde man ja mit Kleinscheiß vollgeballert ohne Ende. Reinste Beschäftigungstherapie, um das ohnehin schon mittelmäßige Spielerlebnis zu strecken. Grausam.
@nerdjunkblog
Lieber ein kurzes Spiel, das richtig knallt, als 30 Stunden Langeweile.
Mein liebstes Beispiel ist "Portal" Nur ca. 2 Stunden, die aber richtig Spaß machen.
@danielka @nerdjunkblog Nie gespielt um ehrlich zu sein. Muss ich wohl nachholen
@ghulsama @nerdjunkblog
Gibt's bei Steam sogar für wenig Geld