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Etwas mehr als 2 Jahre ist es her, dass ich Nerdjunk.de ins Leben gerufen habe. Eine Zeitspanne, die ich für mich nicht erwartet habe, und ein Ende ist auch nicht in Sicht. So bleibt es auch nicht aus, dass natürlich der Blick ein wenig erweitert wird und man hier bei den anderen Bloggern nach Dingen sucht, die einen selbst verbessern können.
Um es gleich einmal klarzustellen: Ich bin nicht perfekt. Meine Texte lassen oft zu wünschen übrig, und was den Aufbau und das Design angeht, kann ich noch viel verbessern und lernen. Genauso habe ich aber während der ganzen Zeit immer mal wieder Kontakt zu anderen Bloggern gehabt und mit Besuchern gemailt, mit denen man in Kontakt gekommen ist. Dabei kann ich ganz grob drei verschiedene Typen von Menschen einteilen, die eventuell einen ganz seltsamen Blick auf den Content legen.
Selbstüberschätzung beim Bloggen
Der erste Typ von Blogger ist der, der sich etwas selbst überschätzt. Dabei meine ich nicht seine Art, wie er Dinge schreibt oder was er mit seinem Content herüberbringen möchte. Unabhängig davon sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die einige versucht haben. Darunter auch der Weg zu einem bezahlten Abonnement für die eigenen Inhalte. Ich kann verstehen, dass man für seine Arbeit etwas Unterstützung haben möchte. Ich bin ja keine Ausnahme. Doch hier kommt es immer auf den angebotenen Inhalt an. Nicht jeder Inhalt gibt einen Mehrwert, den es wert wäre, zu bezahlen.
Versteht mich nicht falsch. Für Beiträge zu bezahlen, die einem den Alltag von Person X darstellen, ist jetzt nicht unbedingt etwas, wo ich Geld hinlegen möchte. Ebenso Nischenthemen, die nicht unbedingt die Massen ansprechen. Sofern es wirklich eher ein Nischenthema sein sollte, müsste man froh sein, so viele Besucher und Leser zu haben, wie nur möglich, ohne ihnen Steine in den Weg zu legen.
In diesem Zusammenhang hatte ich drei kleine Unterhaltungen mit Bloggern, die genau diesen Weg gegangen sind. Eine Seite ist inzwischen offline. Als Erklärung wurde hier auch gerne gesagt, dass man dies auf sich nimmt, um es für euch zu ermöglichen. Die Inhalte werden nur für euch erstellt, und da sollten ein paar Euro möglich sein.
Dies ist jetzt meine Meinung und es ist absolut in Ordnung, wenn ihr eine andere dazu habt.
Finde diesen Weg einfach falsch gedacht von den Betreibern, die von privaten Personen betrieben werden. Dabei spielt die Teamgröße meistens zwischen 1 und 3 Schreibenden. Zu sagen, dass man es für die Leser macht und gleichzeitig Geld dafür haben zu wollen, passt einfach nicht zusammen. Von den Möglichkeiten abgesehen, die Menge an neuem und aktuellem Content zu erstellen, sollte man hier lieber ehrlich sein und sagen, ob es etwas Privates oder eher ein kommerzielles Projekt ist.
Nach wie vor ist jeder in der heutigen Zeit dankbar über Unterstützung. Ich nehme mich hier nicht heraus. Doch für mich ist es ein großer Unterschied, ob ich für den Inhalt zahlen muss oder optional die Möglichkeit habe, zu spenden. Sofern mir ein Projekt gefällt, bin ich gerne bereit, ein wenig zu spenden. Dagegen sind Bezahlangebote für mich eher komplett uninteressant bei privaten Seiten. Die Kosten für das alltägliche Leben sind für viele hoch genug, und da zahlt man eher weniger für Dinge, die nicht lebensnotwendig sind.
Der Bastler
Das ist eher ein lustiger Zeitgenosse. Er testet viel und feilt immer an seiner Seite, um sie so ansprechend wie möglich zu machen. Funktionen sollen hinzukommen und wieder verschwinden, weil man immer schnell die Lust verliert. Dabei schwankt er immer zwischen den Themen und Seiten, und Projekte bleiben nicht lange bestehen.
Was auf den ersten Blick ziemlich lustig klingt, wird dann aber mit der Zeit eher unwichtig. Hier wird gerne öfter mit Projekten beworben, die nicht lange erhalten bleiben. Hier fehlt dann einfach der Aufbau von einer Leserschaft oder wiederkommenden Besuchern. Man wird geradezu darauf getrimmt, dass es bald wieder endet.

Dabei ist aber meistens dieser Webmaster in der Lage, richtig guten und interessanten Content zu erstellen. Hier habe ich inzwischen auch zwei Menschen kennengelernt, die genauso mit ihren Projekten umgehen. Sehr traurig ist für mich, dass beide so verdammt gut designen können, dass ich meistens weinend in der Ecke sitzen kann. Ihr versteht, was ich meine.
Für solche Bastler würde ich mir wünschen, dass Sie einfach ein Projekt erstellen und online lassen und zum Basteln ein Nebenprojekt laufen lassen. Sollte etwas bestehen bleiben, kann man die Hauptseite einfach erweitern. Für mich heißt es inzwischen, dass jedes neue Projekt ohne Interesse bleibt. Alte Inhalte werden übernommen und nur das Gewand ändert sich. Irgendwann möchte natürlich niemand mehr das Gleiche lesen.
Erwartungen zu hoch
Ja, auch hier gibt es Unterschiede. Dabei beziehe ich hier sowohl die Webmaster als auch die Besucher mit ein.
Bei den Webmastern ist es meistens der Gedanke und der Weg das Ziel. Ob die Möglichkeiten vorhanden sind, das Vorhaben umzusetzen, wird dabei meistens nicht bedacht. Also wird viel geplant und angekündigt und dann passiert wenig. Aktuelle News und Tests, Besuche auf irgendwelchen Messen oder Gewinnspiele. Alles kostet Zeit und Geld. Wie soll man als einzelner Mensch hier mithalten können? Das geht einfach nicht.
Ein Privatleben ist ja auch noch da, das man leben muss. Seinen Lebensunterhalt muss man verdienen und sitzt nicht 24 Stunden am Rechner und bastelt an seinem Blog oder recherchiert für einen Beitrag. Einige wenige haben vielleicht das Glück, in diesem Bereich Geld verdienen zu können, aber nicht alle. So ist es eben nur ein Hobby, für das man sich Zeit nehmen muss. Diese ist im Alltag für viele recht knapp bemessen.
Was der Webmaster nicht schafft, wollen die Besucher und erwarten irgendwie genau das. Klar, hier kann man nie wissen, wie das im Hintergrund läuft, doch kleine Seiten und Projekte können keine Portale mit X Schreibern ersetzen. Eine einzelne Person kann einfach nicht das gleiche Pensum schaffen wie ein komplettes Portal, und zu glauben, dass ein wenig Schreiben leicht ist, der irrt sich.
Kleines Fazit?
Persönlich würde ich sagen, dass eigentlich jeder eine kleine Seite betreiben sollte. Egal zu welchem Thema. Es gibt für jede Person das passende Thema, und Meinungen zu den eigenen Interessen sind gefragter als nie zuvor. Doch man sollte einfach ein paar Regeln einhalten, um dem Ganzen ein stabiles Fundament zu verpassen.
- Macht einfach euer Ding
- Bleibt bei eurem Thema bzw. Konzept
- bleibt konstant dran und wechselt nicht ständig hin und her
- bleibt realistisch
- versucht nicht mit anderen zu konkurrieren
- arbeitet in eurem Tempo
- es muss nicht perfekt sein
Quellenangabe:
- Bild selbst erstellt von nerdjunk.de








