Abgeschlossen: Colorless – Band 5 + 6 + 7


Von Sanel
Colorless - Band 5+6+7 © nerdjunk.de

Quelle: Klappentext Band 1

Es ist schon eine Weile her, als ich euch die Serie Colorless vorgestellt habe. Mit dem Veröffentlichen dieses Beitrages ist nun auch ein Ende gekommen und ich habe die letzten Bände des Mangas gelesen. In der Zwischenzeit hat ja der Mangazeichner KENT noch Gaea-Tima veröffentlicht. Somit war es mir möglich ein wenig seine Werke zu vergleichen. Was mir hier aufgefallen ist, spiegelt sich in beiden Serien wider. Ob gut oder schlecht werden wir später etwas genauer beurteilen.

Wie dem auch sei, wir werden im 5. Band direkt in einen Kampf gegen den Kult gezogen. Dieser versucht die Farbgötter wieder zu beschwören, um die Farben zurückzubringen. Was in den vorherigen Bänden irgendwie untergegangen ist, ist die Tatsache das dafür ein großes Opfer gebracht werden muss. Die Farben selbst ähneln nicht, denen die wir kennen. Sie sind träger großer macht die an bestimmte Gefühle gekoppelt sind. Weit mehr als ein einzelner Mensch jemals aushalten könnte, ohne den Verstand zu verlieren. Zu diesem Zweck hat sich der Kult im Verborgenen in alle wichtigen Positionen der Welt eingeschleust und über Jahrhunderte die Menschen umerzogen um ihren großen Traum erfüllen zu können.

Um ihr vorhaben auch umsetzen zu können, wurde auch Chie erschaffen. Eine Art Android die alle Gefühle rational beurteilen kann ohne den Verstand verlieren zu können. Selbst Avidya spielt hierbei eine große Rolle, ohne es selbst zu ahnen. Was also im 5. Band groß aufgebaut worden ist, wird in den Bänden sechs und sieben langsam zu einem Abschluss gebracht.

Mein Fazit zur Serie

Beim Start der Serie war ich zugegebenermaßen ziemlich beeindruckt. Die Geschichte um das große Ereignis rund um den Verlust der Farben auf der Erde war etwas Neues. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass hier schon direkt das erste große Problem beginnt. Wir erfahren zwar das ein großes Ereignis stattgefunden und ein EMP Treffer die Farben der Erde ausgelöscht hat. Was hier der Auslöser war, bleibt ungewiss.

Auch was allgemein die Charaktere angeht, sind diese nach Abschluss der Serie irgendwie nur noch laufende Fragezeichen. Allgemein fehlt dem Manga so ein wenig der geschichtliche Hintergrund und umgangssprachlich das Worldbuilding. Es wird viel angedeutet und viel drumherum erzählt, dass man nicht wirklich das vorgesetzt bekommt, was man haben möchte. Hier ist unser Avidya das beste Beispiel. Wer ist er? Was ist er? Warum weiß er so viel? Wir bekommen am Ende zwar eine kleine Erklärung, die nicht wirklich alles abdeckt. Manchmal habe ich auch das Gefühl es passt nicht alles zusammen. Avidya ist ein Doktor bzw. Professor und kann kämpfen als wäre er ein Söldner. Kommt das durch seine Rüstung oder hat er sich das Ganze antrainiert. Man weiß es nicht.

Man dreht sich hier stellenweise im Kreis und bekommt nebenbei Erklärungen serviert, die seltsamerweise passen und irgendwie auch komplett neben der Spur sind. Was die erste Hälfte gut angefangen hat und das sogar in einem recht gemütlichen Tempo wird in der zweiten Hälfte komplett auf Drogen in Sekunden durchgezogen. Hier war entweder das Budget oder die Lust nicht mehr vorhanden. Die Erzählweise wurde in den Turbogang versetzt und du hast innerhalb von 2 Bänden eine solche Flut an Informationen bekommen, dass du nicht mehr weißt, wo oben und unten ist.

Dabei kann sowohl der Zeichenstil als auch die zugrunde liegende Geschichte wirklich überzeugen. Hier hätte man vielleicht noch 2-3 Bände anhängen und ein wenig mehr ins Detail gehen können. Für meinen Teil hatte ich für viel mehr Geld viel weniger Spaß bei anderen Serien. Manche Dialoge und allgemein die Redensart der Charaktere sind jetzt nicht unbedingt meins aber das sollte wohl so sein. Sollte jemand in der ersten Hälfte die Action vermissen so gibt es in den letzten Bänden mehr als genügend. Hier wurde alles nachgeholt, was man vorher vergessen bzw. ausgelassen hat.

Absolut genial dagegen fand ich die Farbakzente die KENT gesetzt hat. Diese kommen selten aber dafür immer zum richtigen Zeitpunkt. Da Farben in dieser Welt einfach nur ein Gefäß für enorme Energie sind, werden diese gerne in Szene gesetzt. Ebenso alles, was mit dieser Energie in Kontakt kommt, erhält den passenden Farblichen anstrich. Dadurch bekommen die Szenen eine ganz andere Atmosphäre zu den üblichen schwarz weiß Seiten, wie wir sie bei Mangas gewohnt sind.

Nerdjunk Wertung

Ein in meinen Augen guter und interessanter Manga der nicht frei von Mängeln ist. Am Anfang recht zäh und langsam wird er in der zweiten Hälfte um einiges flotter. Action kommt am Ende nicht zu kurz und das Ende selbst kann zum Teil überzeugen. Hier fehlt es einfach stellenweise an der nötigen Tiefe und der mangelnde Beziehungsaufbau zu den einzelnen Charakteren. Alles in allem gut aber nicht berauschend. Die Farbigen stellen zum Unterstreichen der Geschichte und Handlungen sind wirklich gut gelungen und mein persönlicher Höhepunkt.

Quellenangaben:

  • Bilder selbst erstellt von nerdjunk.de

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