
Share it
Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich bezeichne mich jetzt als einen alten Sack. Seit dem Nintendo Game Boy Classic bin ich Zocker durch und durch. Es gibt kaum eine Konsole, die ich ausgelassen habe, und gefühlt kein Rollenspiel habe ich seit dem NES links liegen lassen. Wenigstens habe ich das Gefühl, als wäre es so gewesen. Auch Adventures und taktische Rollenspiele waren bei mir gerne gesehen. So habe ich mehr oder weniger jeden Final Fantasy Teil gespielt, Shining Force auf dem Mega Drive, Fantasy Star und wie sie alle hießen. Nichts war sicher. Als Kracher wie Landstalker und Alundra erschienen sind, habe ich über Wochen nicht ein einziges mal die Sonne gesehen. Die Schule war einfach nur nervig, weil man hin musste.
Doch in letzter Zeit, also in den letzten paar Jahren, ist es immer weniger geworden, was ich spielen konnte. Dabei war es nicht so, dass es nichts Gutes gab, sondern eher, dass Spiele erschienen sind, die mich so gar nicht angesprochen haben. Hier habe ich für mich ein paar Gründe gefunden, woran das liegen mag und bei denen mir bestimmt ein paar von euch zustimmen können.


Neuauflagen über Neuauflagen
Es gibt seit ein paar Jahren die dumme Angewohnheit, einfach ein technisches Update zu verpassen. Umgangssprachlich Remakes. Was zwar toll klingt, sorgt bei mir in einigen Fällen eher dafür, dass ich mit dem Kopf schütteln muss. So bekommen nicht nur die Spiele eine Neuauflage, welche älter als 10 Jahre sind, sondern öfter auch ein paar recht aktuelle Titel. Gegen Remakes selbst habe ich nichts, da auch neuere Generationen die guten Spiele einfach in einem ansprechenden Gewand spielen können. Doch in meinem Fall habe ich viele der Klassiker selbst daheim. Die Resident Evil Reihe und Final Fantasy 7 als Beispiel. Hier habe ich zum einen einfach keine Lust, alles noch einmal zu spielen, da ich schon weiß, was im Spiel vorkommt. Ebenso empfinde ich das Update als sehr steril und mehr oder weniger langweilig. Vor allem bei Final Fantasy 7 konnte ich mich gar nicht daran gewöhnen. Für mich sind Rollenspiele zu 90 % rundenbasiert und die Kämpfe waren auch alle extrem in die Länge gezogen und langweilig. Im direkten Vergleich geht einfach der Charme des Spiels komplett verloren.
Aufgabenliste statt erkunden
Open World Spiele sind toll. Ich liebe es, zu erkunden. Ghost of Tsushima, Elden Ring und Horizon machen das schon ziemlich gut. Wo es schwierig wird, ist dann bei den Ubisoft Titeln. Ein Trend ist irgendwie zu immer größer werdenden Welten gegangen, die zugegebenermaßen gut aussehen, aber sacklangweilig und leer sind. Ubisoft fing für mich damit an und andere sind einfach mitgegangen. Die Story ist nicht wirklich vorhanden und alles wird auf der Karte markiert, sodass man einfach die Aufgabenliste abarbeiten muss. Es gibt einfach nichts, was man wirklich falsch machen kann, da einem alles auf das Silbertablett gelegt wird.
Ein anderes gutes Beispiel wäre hier die Batman Arkham Reihe. Diese ist groß, aber nicht überdimensioniert, und voll mit verdammt guten Aufgaben und einer Geschichte. Selbst die Optik ist in meinen Augen besser als so manch neuer Titel. Hier hat man sich noch Mühe gegeben, ein Spiel zu designen und auszuarbeiten. Schaut euch, wenn möglich, einfach mal den Hafen und das Wasser an in den alten Spielen und dann nehmt ein neueres. Da liegen Welten dazwischen und die alten Games gewinnen.


Hirnlose Aufgaben
Ich weiß nicht, wie ich es benennen soll. Mir geht es hier nicht darum, dass sich Spiele nicht weiterentwickeln sollen, sondern eher wohin sie sich entwickelt haben. Sobald ein Spiel etwas hinzugefügt hat, was funktioniert, wird dieses immer und immer wieder benutzt. Jeder neue Teil sieht zwar anders aus, aber das grundlegende Prinzip bleibt absolut gleich.
Sei es hier die oben genannte Aufgabenliste oder eine vollkommen leere Welt, in der wir stupide stundenlang sinnlos laufen müssen, um immer wieder die gleichen Aufgaben zu erledigen. Gemischt mit einem Seasonpass sollen wir dann auch noch dafür zahlen, etwas Tolles zu bekommen, nachdem wir einen unnötigen Marathon gelaufen sind. Für mich gibt es recht wenig neue Spiele, bei denen ich wirklich das Gefühl habe, eine neue Welt zu erkunden und zu spielen. Stellenweise habe ich das Gefühl, als würden die Entwickler glauben, ich sei komplett verblödet und nicht in der Lage bis drei zu zählen.
Mein Fazit für mich als Spieler
Ich werde weiterhin spielen. Derzeit gibt es mit Path of Exile 2 ein Spiel, das mir mit ein paar Stunden in der Woche eine schöne Ruhepause verschafft. Ebenso Enshrouded. Je nachdem, wie gut gelaunt ich bin, wird eben eines der beiden Games angeworfen. Beide machen auf ihre Weise genau das, was ich als Spieler haben möchte. Ich kann in eine Welt eintauchen und herumprobieren, was ich möchte. Sei es bei der Charakterentwicklung oder beim Hausbau. Ich kann einfach spielen, ohne alle 3 Sekunden daran erinnert zu werden, was ich zu tun habe. Hier werde ich zwar am Anfang ein wenig an die Hand genommen, um mir das System zu zeigen, und dann war es das. Beide Spiele behandeln mich nicht so, als sei ich komplett gehirnamputiert.
Ich kann einfach neue Spiele nicht mehr ernst nehmen. Es soll alles ein Service Game sein. Es hat immer einen Shop (gefühlt) und es kommen selten neue Ideen hinzu. Dabei machen sich Entwickler immer weniger Mühe, ihr Spiel zu optimieren und neue Ideen einzufügen, da der große Boss dies nicht möchte. Es muss schnell gehen und am besten so billig wie möglich sein, um es so schnell wie möglich zu verkaufen.
Ich weiß, dass Spiele wie Claire Obscure nicht alltäglich sind, aber man, war das toll. Habe es inzwischen zweimal durch und es war eine Wucht. Tolle Musik, tolle Geschichte, tolles System und allgemein war das Spiel einfach perfekt. Eine passend große Welt mit viel Geschichte und großem Gameplay, um sich für wenig Geld viele Stunden zu beschäftigen.
Sagt mir ruhig in den Kommentaren, was ihr von den aktuellen Games haltet und wie ihr die Sache seht. Ich bin mir hier bewusst, dass ich nur einen kleinen Bruchteil der momentanen Situation niedergeschrieben habe. Diese sind aber für mich genau die Dinge, die mich stören.
Quellenangaben:
- Bilder von nerdjunk.de erstellt








Auch alter Sack hier. Habe zwar Anfang der 90er in Spiele reingeschaut, weil es mich technisch interessierte, aber selbst auf dem eigenen Game Gear mich nie so richtig intensiv darin vertieft.
Klar habe ich später auch mit der Playstation angefangen, da gern zusammen mit anderen gespielt.
Bei FPS Multiplayer war ich dann lange sehr intensiv dabei und hatte daher kein Interesse an Singleplayer und Story-Modus. Das kam dann erst vor einigen Jahren, als ich mit gebrochenem Arm daheim war, eine neue Konsole kaufte und jede Menge Spiele anzockte.
Heavy Rain, Detroit Become Human, Beyond Two Souls fand ich vom Spielprinzip großartig, da passte auch gut die Life is Strange Serie für mich.
Ich mag auch die AC Serie, einige Teile mehr, andere weniger.
Rollenspiele und alles was viel Aufbau bedeutet, liegt mir als Casual Gamer nicht so.