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So oder so ähnlich könnte man meine derzeitige Situation beschreiben. Im Laufe der letzten Monate habe ich erstaunt festgestellt, dass sich meine Anforderungen, was das Hobby als auch das private Leben betrifft, ein wenig geändert haben. Dies ist jetzt nicht unbedingt negativ gemeint, sondern beschreibt nur, dass ich es so nicht wirklich wahrgenommen habe.
Es fing alles ganz langsam an. Nach der Arbeit war man abseits des echt heißen Wetters zu fertig, um überhaupt einmal etwas mit sich selbst anzufangen. Nachdem du mit der restlichen Arbeit in Form von täglichen Hausarbeiten und eventuellen Erledigungen fertig warst, ging es dann auch los. Der Manga musste her oder ein Spiel, um ein wenig zu verschnaufen. Du fängst voller Freunde an und merkst dann nach recht kurzer Zeit, dass es doch nicht das Wahre ist. Etwas passt da einfach nicht so zusammen. Der Spaß ist irgendwie nicht der gleiche, wie es damals der Fall war. Vor allem ist der Reiz rasch weg.
Habe mir dann nach langer Zeit die Erweiterung für Diablo 4 geholt und dann kam das aha Erlebnis. Ich hatte den Spaß meines Lebens. Ich habe einfach angefangen zu spielen, ohne lange zu überlegen, und es ging runter wie Öl. Das Gleiche habe ich auch bei Path of Exile 2 gehabt, nachdem ich bemerkt habe, dass es gar nicht so kompliziert ist, wie es aussieht. Ich habe nach langer Zeit knapp 4 Stunden am Stück gespielt, ohne einen Gedanken an etwas zu verschwenden, was meine Laune in den Keller ziehen könnte. Ich musste nichts überlegen, sondern einfach die Gegnerhorden, die vor mir aufgetaucht sind, ins digitale Nirwana schicken. Ob Schwert oder Hammer oder meine Armee der Toten.
Einfach draufhauen, ohne nachzudenken.
Gleiches Erlebnis bei einem Film. Diesen habe ich euch hier sogar vor ein paar Tagen vorgestellt: → Atlas mit Jennifer Lopez auf Netflix angesehen. Komplett ohne Erwartungen an den Film gegangen und auch hier hatte ich einfach nur Spaß. Natürlich habe ich mich gefragt, was denn jetzt der Grund dafür ist? In meinen Augen ist es einfach ein Umstand aus mehreren Faktoren.
- tägliche Belastung: diese steigt im Laufe des Lebens immer mehr an und wir selbst haben keine steigenden Reserven
- weniger Zeit übrig, um sich Erholung in sein Leben einzuplanen
- weniger Möglichkeiten abzuschalten
- falsche Erwartung: die Freizeit muss richtig und gut gefüllt mit Aktivitäten sein
Einfach mal runter vom Gas und entspannen
Rückblickend auf die letzten Monate und vielleicht sogar die letzten Jahre muss ich leider gestehen, dass ich den gleichen Fehler gemacht habe wie die meisten Menschen. Ich habe einfach geglaubt, dass man seine Freizeit sinnvoll nutzen muss. Etwas erreichen muss oder geradlinig einfach das erledigen soll, was einem eventuell Spaß macht.
Jetzt weiß ich, das ist absoluter Blödsinn.
Freizeit ist dafür da, sich zu erholen. Wie das auszusehen hat, ist keine feste Regel. Wichtig ist, dass man sich erholt und Spaß hat. Was du in dieser Zeit anstellst, ist deine Sache.
Natürlich liebe ich Spiele, bei denen man viele Möglichkeiten hat, die Welt erkunden zu können und vor tausend Entscheidungen gestellt zu werden. Genau das trifft aber nicht immer zu. Ich möchte für meinen Teil nicht immer mit 100 % laufen oder mir Geschichten anhören, die komplette Bibliotheken füllen können. Manchmal benötigt man einfach simplere Dinge, um Spaß und Entspannung zu haben. Die oben genannten Beispiele sind für mich perfekt. Sie bieten in ihrem Genre solide Kost, ohne komplett auszuarten. Sie machen einfach Spaß, ohne dabei einen zu überfordern.
Oft spielt hier auch die Umgebung eine Rolle. Du bekommst eingehämmert, was wichtig und was falsch ist und was andere Menschen erwarten, ohne dir Gedanken zu machen, was du für dich eigentlich möchtest. Vor allem, wer hat denn gesagt, dass dieser oder jener Film absoluter Müll ist und sich die Zeit dafür nicht lohnt? Die Erwartung an die eigene Freizeit wird so an absolut unsinnige Dinge geknüpft, dass man sich komplett verrennt.
Für mich kann ich nur sagen, dass ich meine Lektion gelernt habe. Ich werde für mich nun noch ein wenig weiter heruntergehen vom Gas und mir öfter mal eine geistige Nullrunde gönnen. Sofern es so weitergeht, wie bisher, sehe ich viele erholsame Abende auf mich zukommen, ohne schlechtes Gewissen in meinem Tempo.








Ja, das Leben ist zu kurz um auch noch die Freizeit vollzustopfen. Einfach machen, was dich mit Freude erfüllt. Das finde ich auch. Selbstoptimierung und Stress gehört für mich nur in den Job.
Ich stehe im Übrigen dazu auch schlechte Filme zu geniessen, weil ich den Kopf aushängen kann:
https://larshaendler.com/blog/schlechte-filme/
Ich kann so viele Punkte nachvollziehen, daher freut es mich, dass du etwas gefunden hast, dass dich ne Weile glücklich macht. Schön.
Hallo Piehnat,
schön wieder etwas von dir zu lesen.
Sagen wir es mal etwas anders. Sollte ich mal aufhören, mehr zu wollen, als ich fähig bin zu erledigen, dann wäre alles kein Problem. Aber so langsam komme ich der Sache näher.