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Dieser Beitrag ist etwas anders als die bisherigen. Wie genau es am Ende aussehen wird, kann ich nicht sagen. Was ich aber sagen kann, ist, dass hier ein paar Gedanken drinstecken, die mich seit Wochen beschäftigen und die mein Leben derzeit ein wenig im Griff haben.
Wisst ihr noch, wie das früher war, als wir uns einfach an die Kiste gesetzt und losgezockt haben? Da konntest du es einfach nicht erwarten, nach Hause zu kommen und loszulegen. In der Schulpause bist du schon deinen Mittag durchgegangen und hast dir einen Plan zurechtgelegt, um wirklich jede Sekunde voll auszukosten. Mit deinen Freunden hast du die Schule hinter dich gebracht und bist dann voller Elan an dein Hobby gegangen. Sei es das Zocken, Comics oder bei mir damals das gute alte Magic the Gathering gewesen. Wir konnten uns stundenlang mit ein oder zwei Boostern beschäftigen und sind alles durchgegangen, was gerade so herausgekommen ist.
Schön waren diese Zeiten, und ich für meinen Teil denke gerne daran zurück. Leider stellt man dann auch immer wieder fest, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt alles irgendwie in eine andere Richtung gegangen ist. Nicht unbedingt alles in einer schlechten, aber definitiv anstrengender. Sei es einfach die Zeit, in der man versucht, seinen Grundstein für das weitere Leben zu legen. Ausbildung oder Studium, das einen langsam aber sicher ins richtige Leben holt. Später geht es im gleichen Tempo weiter. Irgendwann muss man daheim raus, um auf eigenen Beinen zu stehen. Das was damals im Hintergrund passiert, prasselt auf einen ein. Aufstehen und arbeiten gehen. Ein Besuch hat sich angekündigt und man muss die Bude aufräumen und ein paar Snacks kaufen. Etwas essen will man ja auch noch eventuell. Hier fällt dir dann noch ein, dass du ja auch deine Wäsche machen musst und für den Termin mit deiner Bank fehlen dir noch ein paar Unterlagen. Neben den ganzen alltäglichen Dingen und deinen allgemeinen sozialen Verpflichtungen bleibt dann plötzlich so wenig Zeit für dich übrig, weil du immer etwas erledigen musst und Zeit für dich eigentlich Luxus geworden ist.
Wie soll ich es sagen, aber genauso geht es mir seit einer Weile. Dabei möchte ich nicht sagen, dass alles komplett scheiße ist. Ganz im Gegenteil. Mir geht es soweit gut und ich kann derzeit ohne große Sorgen leben. Auch das Hobby macht noch Spaß, aber die Kraft, die man im Alltag braucht, ist einfach nicht mehr da. Die Tage sind so gefüllt mit Arbeit und Pflichten inzwischen, dass es schwierig wird, einfach mal abzuschalten. Ein entspanntes Hinsetzen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen, ist verdammt schwer geworden. So vergehen manchmal Tage, bis man es überhaupt schafft, einen Manga zu lesen. Ein Film oder Anime schauen schafft man kaum anzuwerfen, weil man diesem nicht komplett folgen kann, weil einem zu viel durch den Kopf geht.
Manchmal denkt man ja, dass es nur einem selbst so geht und stellt dann erstaunt fest, dass es nicht so ist. Ich rede mir ja immer ein, dass es daran liegt, dass ich einfach älter geworden bin. Doch, wenn ich so darüber nachdenke, gab es von Jahr zu Jahr immer weniger Möglichkeiten, ein wenig Zeit für sich zu nehmen. Es wird im Leben immer viel von einem erwartet, aber man soll am besten immer funktionieren.
Was auch immer die Gründe bei anderen sind, so habe ich die letzten Wochen doch feststellen dürfen, dass man sich selbst auch viel Druck macht. Damit umzugehen, ist ziemlich schwer. So, auch wenn das eigene Hobby irgendwie zu einer To-do-Liste wird. Man muss dieses und jenes Spiel spielen und bis zu dem Zeitpunkt soll man auch am besten 100 Beiträge auf dem Blog geschrieben haben. Ein großer Fehler, den ich versuche, loszuwerden. Irgendwann fängt man wohl an, das Hobby als Pflicht anzusehen, statt einfach Entspannung. So enden viele Feierabende damit, dass ich plötzlich komplett wegknicke und mein innerer Akku mich an die Couch fesselt, statt einfach etwas für mich selbst zu tun.
Deshalb wird es Zeit, ein wenig aufzuräumen. Routinen einbinden in den Alltag, bei dem man Arbeit und Entspannung vereinen kann, ohne das Gefühl zu haben, seine Zeit zu verschwenden. Klingt vielleicht auf den ersten Blick etwas hart, aber selbst kleine Dinge können einen großen Unterschied machen. Dinge wie einfach mal eine Runde an die frische Luft gehen und durchatmen und den Tiefpunkt zu überwinden. Bewusst sich einfach mal hinsetzen und etwas Bestimmtes machen. Nicht mit Zwang, sondern wirklich sich Zeit nehmen. Einige Dinge zurücklegen und diese später erledigen, wenn es möglich ist. Auch einfach mal kleine Dinge genehmigen, wie z. B. sich etwas Schönes kochen und einfach genießen. Einfach lernen, wieder abzuschalten. Wichtig ist, dass die lebensnotwendigen Dinge erledigt sind. Alles andere kann auch später erledigt werden.
Genau nach diesem „Plan“ handle ich schon die letzten 3 Wochen. Zwar sind noch keine großen Sprünge passiert, aber man sieht vereinzelt schon kleine Erfolge.
Vielleicht ist dieser Beitrag nicht unbedingt elegant geschrieben oder wirklich interessant, doch ich will noch eine Sache loswerden. Solltet ihr auch wie ich das Gefühl haben, dass euer Leben irgendwie an euch vorbeizieht und ihr einfach keinen klaren Kopf für etwas habt, so nehmt euren Fuß vom Gas.
Manchmal wirken kleine Dinge wie große Wunder.






Ich kann das nachvollziehen. Der Alltag vereinnamt einen nicht zu knapp und dazu hat man mit zunehmendem Alter auch weniger Energie.
Die Lösung für mich ist eine Mischung aus Priorisieren, bewusstem Weglassen und weniger Arbeiten. Das muss aber jeder für sich selbst rausfinden.
Ich gehöre zu der Lifestyle-Luxus Gruppe, die bewusst weniger Geld verdient. Ich arbeite nur 4 Tage pro Woche. Das schafft 3 freie Tage. Ein Tag ist bei mir „Menschen-frei“ daheim zum Aufladen der Akkus. Der nächste Tag gehört voll meiner Frau und Freunden. Und der dritte Tag ist Hausarbeiten, Einkaufen und Zeit für Hobby. Das entlastet auch die 4 Arbeitstage nachhaltig.
Beim Priorisieren der Hobbies schaue, was mir wirklich Spass und Flow bringt. Manchmal ist es Lesen, manchmal Umschläge für meine Hardcover basteln und manchmal debuggen der Github Actions.
Beim Weglassen bin ich über die Jahre sehr viel bewusster geworden. Wenn ein Buch schlecht ist, höre ich auf. Wenn ich zwei gute Comic Serien lese, steige ich in keine dritte ein. Wenn die Serien schlecht werden, höre ich auf. Meine CD-Sammlung ist seit diesem Jahr vollständig – ich kaufe nur eine neue CD, wenn ich eine alte vorher verkauft habe. Beim Bloggen habe ich mich auf einen Post pro Monat beschränkt, weil mich mehr einfach stressen würde.
Themenverwandt ist aus meiner Sicht „Monetarisierung von Hobbies“. Das habe ich mir bewusst verboten, nachdem ich das 2x gemacht habe. Für mich hat es das jeweilige Hobby dann in die Jagd nach Statistiken und bessere Affiliate Links verwandelt. Sprich, das Hobby in einen Job verwandelt.
Hobby soll einfach Spass machen. Es braucht weder effizient noch besonders cool zu sein. Wenn es in Checklisten abhaken oder Termine umschlägt, dann ist es nur ein weiterer Job.
Danke dir für deine Rückmeldung.
Stimme dir in den Punkten zu, was Hobby angeht. Habe selbst den Fehler gemacht, es wie eine To-do-Liste anzusehen. Aber eine Sache habe ich nie in Betracht gezogen. Ich habe es nie als eine Möglichkeit gesehen, Geld damit zu verdienen. Habe zwar die Möglichkeiten eingebunden, mir eine Spende zukommen zu lassen, aber nichts wurde hinter einer Paywall versteckt. Ebenso Werbung etc. ist für mich Taboo. Denke, das ist auch ein absolut richtiger Punkt von dir. Hobby soll Spaß machen und als eine Art Auszeit angesehen werden.