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The First Descendant angespielt

Vor ein paar Tagen war es so weit. The First Descendant wurde veröffentlicht und ich habe ein paar Stunden mit dem Spiel verbracht. Seit der Ankündigung habe ich mich auf das Spiel gefreut und konnte es kaum abwarten, dass es erscheint. Trotzdem war ich etwas skeptisch, als ich mitbekommen habe, dass es ein Free2Play Looter Shooter wird. Wie bei den meisten dieser Spiele ist es immer zwangsläufig nötig, mit echtem Geld zu zahlen, um ein wenig im Spiel voranzukommen.

Angezockt wurde auf einer Xbox Series X. Nach der Veröffentlichung wurden dann knapp 40 GB auf die Platte heruntergeladen. Die Größe für PC und Playstation liegen bei einer ähnlichen Größenordnung.

Es geht endlich los

Wie einige von euch wissen, liebe ich gute Geschichten bei Spielen. Als Ausnahme sind hier aber definitiv Shooter und Hack&Slay zu sehen. Hier interessiert mich die Geschichte eher weniger, da mir die Erzählweise nicht wirklich zusagt. Nachdem uns hier gezeigt worden ist, das die Menschen sich in einem Krieg mit Aliens aus einer anderen Dimension befinden, geht das Spiel langsam los. Nehmt es mir nicht übel, dass ich deshalb über die Geschichte wenig schreiben werde. Das erste Aha-Erlebnis war der nahtlose Übergang zur Auswahl des Charakters.

Hier stehen uns zum Start drei Klassen zur Verfügung. Diese stellen zum einen eine Art Tank dar, der mit dicker Rüstung und Schutzschilden sich durch die Gegner metzeln kann. Eine Art Söldner, der sich mit Granaten und einem Laserarm durch die Gegner schießen kann. Zum Schluss dann noch eine Art Jägerin, die unsere Gegner mit Eisfähigkeiten unter Kontrolle hält. Für mich war der Söldner die erste Wahl.

Der erste Eindruck ist sehr positiv

Wir starten das Spiel in einem alten Bau, auf der Suche nach einem Artefakt. Dabei schauen wir unseren Charakter in einer Third Person Perspektive über die Schulter. Diese erinnert mich direkt an Gears of War. Ihr läuft hier einen festgelegten Weg entlang und ballert euch durch die Gegner, die euch entgegenkommen. Dabei habt ihr, wie bei Destiny drei Waffenplätze frei, die ihr euch belegen könnt wie ihr gerade lustig seid. Zusätzlich habt ihr aber auch noch vier spezielle Fähigkeiten, die eurer gewählten Klasse entsprechen. Standardmäßig habt ihr auch eine Art Greifhaken, den ihr nutzen könnt, um entlegene Stellen zu erreichen oder euch eventuell zu einem Gegner zu ziehen. Hier habt ihr zwei Aufladungen, die eine kurze Abklingzeit haben. Für die späteren, etwas größer geratenen Kolosse wird dies noch ein wichtiger Punkt werden.

Was nach ein paar Minuten direkt ins Auge fällt, ist einmal die Grafik des Spiels. Diese sieht wirklich gut aus. Etwas, was ich bei einem kostenlosen Titel überhaupt nicht erwartet habe. Die verschiedenen Biome sind wirklich schön gestaltet. Von alten Ruinen bis Wald oder Sumpflandschaft. Alles sieht schön detailliert aus. Einzig die vielen Anzeigen und Positionsdaten der Gegner stören ein wenig das Bild. Überall leuchtet etwas auf oder will euch den Weg zeigen. Zwar nicht unüblich bei solchen Spielen, aber für Neulinge am Anfang etwas überfordernd.

Besonders anstrengend war der erste Besuch von Albion. Die Zuflucht der Menschen in dem sich die Spieler treffen und Missionen annehmen oder Rüstung kaufen können o. Ä. Hier blinkt es an allen Enden. Man wird erschlagen von all den Anzeigen. Nichts, womit man mit ein wenig Zeit nicht in den Griff bekommen könnte. Trotzdem ein wenig nervig am Anfang, da man hier etwas planlos durch die Gegend trampelt.

Der Spielablauf

Wir folgen am Anfang der Hauptgeschichte, die uns an verschiedene Punkte in die teils offene Welt entlässt. Dabei ist die Welt von The First Descendant in verschiedene Gebiete eingeteilt und diese wiederum in kleinere Abschnitte, die ihr schießend erkunden könnt. Überall sind fliegende, kleine Bojen platziert, die als Missionsgeber fungieren. Für den Anfang habe ich, um ehrlich zu sein, nur ca. 3 verschiedene Missionen gesehen, die aber recht schnell öde werden. Töte XYZ, zerstöre Generator oder extrahiere etwas. Das war es. Zwar kommen im Verlauf noch instanziierte Abschnitte, die wie Dungeons angesehen werden können, aber diese nicht wirklich viel Abwechslung bieten.

Eins muss ich aber definitiv sagen. Spaß macht das Ganze schon. Steuerung fiel mir sehr positiv auf. Diese reagiert schnell und ich habe sogar etwas die Sensitivität heruntergedreht. Im Discord bei den Fedinerds sind auch gegenteilige Meinungen zu hören. Von schwammig bis absolut träge war alles dabei. Ob dies jetzt System abhängig ist, kann ich nicht sagen. Grundsätzlich gefällt den meisten Spielern aber die PC-Steuerung.

Während wir uns durch die Horden von Gegnern schießen, erhalten wir Erfahrungspunkte, die wir in Albion in einen Stufenaufstieg investieren können. Der übliche Loot in Form von Waffen und Ausrüstung ist hier natürlich auch mit dabei. Hier wird uns dann auch ein System vorgestellt, wie ihr euren Charakter an euren Spielstil anpassen könnt. Dieser ist eigentlich 1:1 von Warframe kopiert. Ihr erhaltet Aufwertungen, die eine bestimmte Anzahl an Slots belegen. Ihr könnt so viel ausrüsten und aufwerten, bis diese Slots aufgebraucht sind. Mit jedem Stufenaufstieg erhaltet ihr auch ein oder zwei weitere Punkte. Natürlich steigen auch die benötigten Slotpunkte mit stärkeren Fähigkeiten. Für mich ist das eine Art Warfranity. Oder Destiframe? Werfe Destiny und Warframe in einen Topf und du bekommst The First Descandant.

Fazit nach ca. 10 Stunden

Vorneweg sei einmal gesagt, dass mir das Spiel an sich sehr gut gefallen hat. Die Grafik ist einfach gut geworden und zeigt, was die Unreal Engine 5 drauf hat. Das hier eventuell am PC noch mehr gehen würde, ist mir egal. Es sieht toll aus und das langt mir. Egal, was für Effekte da noch möglich sind. Missionen sind so weit in Ordnung und machen Spaß, obwohl man sich hier schnell langweilen könnte. Hier treibt mich wirklich eher der Loot an. So sollte es eigentlich sein.

Was mir leider nicht so gefallen hat, ist die Monetarisierung. Hier könnt ihr wirklich Unmengen an echtem Geld stecken. Weitere Klassen und Ausrüstung und vieles mehr. Bein knapp 10 EUR für eine neue Klasse überlegt man sich das vorher. Ihr könnt zwar das Ganze auch Farmen, aber nehmt euch hier viel Zeit. Das Material dauert ewig zum Sammeln. Ebenso, was eure Erfahrung angeht. Hier könnt ihr grinden bis ihr alt und grau werdet. Ohne einen EXP Boost seid ihr hier spätestens ab Level 20 eindeutig arm dran. Vielleicht ändern die Entwickler hier noch ein paar Dinge, was definitiv wünschenswert wäre.

Eine absolute Frechheit habe ich aber auch gefunden. Dies betrifft eure In-Game-Käufe. Solltet ihr eventuell auch den Drang haben, eine andere Klasse zu testen, überlegt euch das Ganze gut. Nexon hat mir als ich genau dies tun wollte einen Hinweis gezeigt, das eventuell getätigte Einkäufe verloren gehen. Diese stehen neuen Charakteren dann nicht zur Verfügung. Sie werden sogar aus eurem Account gelöscht. Solltet ihr für 200 EUR eingekauft haben, ist dieses nun für die Tonne. Warum Nexon? Was habt ihr geraucht, um Einkäufe nicht einfach an den Account zu binden? Hoffe, dies war nur ein Fehler und sie beheben das Problem. Glaube es aber persönlich nicht.

The First Descendant ist definitiv kein schlechtes Spiel. Für den Start läuft es super. Fehlende Abwechslung kann man zum Glück mit der Zeit korrigieren. Trotzdem glaube ich nicht das dies passiert. Ein wenig Abwechslung bringt der Titel mit sich, aber es ist einfach zu viel von Warframe und Destiny genommen worden. Hab nicht das Gefühl, als hätten die Entwickler hier sich Gedanken gemacht, was es werden soll. Vertrauen haben sie sich mit dem Shop auch keinen verdient in meinen Augen. Vielleicht schaue ich hier einfach in einem Jahr noch mal vorbei und teste noch einmal.

Ich lasse euch die Kommentare offen für eine Bewertung. Sagt mir gerne eure Meinung zu dem Spiel. Hier könnt ihr eine Bewertung von 0-100% hinterlassen. Ich bin gespannt, wie ihr das Ganze seht.

Quelle: https://www.notebookcheck.com
The First Descendant angespielt
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Beitragsbild von Notebookcheck.com

Sanel

Gründer von nerdjunk.de und vollkommen planlos in die Erstellung gegangen. Liebt Manga, Anime, Games, Movies und vieles mehr, womit man seine Zeit sinnlos füllen kann. Spaß muss es machen. Die Zeit für das Hobby fehlt, aber daran sind wie immer die anderen Schuld.

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